Ersthelfer-Apps
Diese Apps retten Leben: Ein Erfahrungsbericht eines Ersthelfers
Das Thema Wiederbelebung gewinnt in den Medien weiter an Relevanz. Sogar der SPIEGEL schilderte im November 2025 das Erlebnis eines Anästhesiepflegers bei einer Wiederbelebung, ausgelöst durch den Alarm einer Ersthelfer-App.
Zusammenfassung
- Digitale Ersthelfer-Apps ermöglichen qualifizierten Personen, bei medizinischen Notfällen frühzeitig Hilfe zu leisten.
- Ein Ersthelfer schildert einen Einsatz bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand und die Zusammenarbeit mit weiteren Helfern und dem Rettungsdienst.
- Übersicht an regionalen Ersthelfer-Apps
Eine OP-Pflegekraft berichtet, wie er nach dem Registrierung einer Ersthelfer-App etwa einmal pro Woche über das Smartphone alarmiert wird. Einsätze können abgelehnt werden, beispielsweise wenn kein Fahrzeug verfügbar ist oder berufliche Verpflichtungen entgegenstehen. In diesem Fall sucht die App automatisch einen anderen geeigneten Ersthelfer, etwa anhand der Nähe zum Einsatzort. In den meisten Fällen werden die Einsätze jedoch angenommen. Der Alarm informiert darüber, ob es sich mutmaßlich um eine bewusstlose Person oder um einen Herz-Kreislauf-Stillstand handelt.
An einem Ostersonntag auf dem Weg zu einem Familientreffen erfolgte wieder ein Alarm, dem die OP-Pflegekraft direkt zum Einsatzort folgte.
Der Patient war Mitte 50, ein weiterer Ersthelfer - ein Anästhesiepfleger - war bereits vor Ort. Kurz darauf kam ein dritter Helfer mit einem Defibrillator hinzu. Die Beatmung und Herzdruckmassage wurden im Wechsel durchgeführt. Der Rettungsdienst traf etwa fünf Minuten später ein, und übernahm anschließend die Versorgung. Der Patient hatte zu diesem Zeitpunkt wieder einen Puls und war kurzzeitig ansprechbar.
Die Rettungskräfte äußerten sich positiv zur geleisteten Reanimation, auch weil das Ersthelfer-Alarmsystem in der Region noch wenig bekannt war. Nach weiteren Maßnahmen wurde der Patient ins Krankenhaus gebracht.
Für Lukas Kloster handelte sich um die erste Reanimation außerhalb einer Klinik. Und die musste auch erstmal reflektiert werden. Denn anders als im klinischen Umfeld standen vor Ort keine technischen Hilfsmittel wie ein EKG zur Verfügung, sodass Entscheidungen eigenständig getroffen werden mussten. Reanimationen finden meistens unter alltäglichen Bedingungen statt, etwa in Wohnungen oder im öffentlichen Raum. Hinzu kommt dann oft noch der Umgang mit Angehörigen, die häufig emotional stark belastet sind.
Deshalb wird nach jedem Einsatz ein standardisierter Fragebogen ausgefüllt, der unter anderem den Ablauf der Reanimation dokumentiert und die Möglichkeit zur Nachbesprechung bietet. Diese Unterstützung kann insbesondere bei belastenden Einsätzen hilfreich sein. In diesem Fall kam es einige Zeit später sogar noch zu einer erneuten Begegnung mit dem Patienten vom Ostersonntag, was, wie Lukas Kloster nochmal herausstellte, ihn wirklich sehr gefreut hat.
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Die europaweite Notrufnummer 112 ist ein echter Lebensretter in Notsituationen, wenn oftmals jede Sekunde zählt – ist sie zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Der Europaweite Tag des Notrufs 112 ist die Gelegenheit, auch die Mission des NAWIB zu würdigen.